Hört uns noch jemand?

Wir leben in einer Zeit und in einer Region unserer Erde, in der wir uns eigentlich nicht beschweren können. Materiell gesehen geht es uns in Europa gut und auch leiden wir nicht unter Krieg oder anderen extremen Bedingungen. Dafür bin ich dankbar und das sollten wir alle sein.

Doch in den letzten Tagen konnte ich nicht aufhören über Europa und Deutschland nachzudenken. Gerade politisch gesehen geht es irgendwie bergauf und bergab im Moment, man verliert schon fast den Überblick.

Ich sitze gerade hier drüben in England und kann all das, was zurzeit in Deutschland los ist, nur aus der Ferne aus beobachten und beurteilen. Aber die neusten Nachrichten erreichen natürlich auch mich und lassen mich immer wieder über unsere Politik und Gesellschaft nachdenken.

Die Europawahlen neigen sich dem Ende zu und ich hoffe, dass sich ein paar Dinge ändern werden. Dass wir auf das Ergebnis schauen und erleichtert sein werden. Denn im Moment gibt es einiges, was nicht gerade rund läuft und was es zu verändern gilt. 

Stichwort Klimawandel. Gerade Deutschland muss deutlich aktiver werden und Maßnahmen ergreifen, die unsere Zukunft wieder sicher machen. Klar, es kann nicht ein einziges Land die Welt retten. Aber wenn jedes einzelne Land wenigstens ein wenig verändert, kann man eventuell etwas erreichen. Wissenschaftler geben uns Menschen nicht mehr viel Zeit ehe wir den Punkt erreichen, an dem wir der Welt soweit geschadet haben, dass nichts mehr gemacht werden kann, sie zu retten. Wir werden dann in einem unaufhaltsamen Teufelskreis landen, in dem die Erde sich weiter erwärmt, egal, was wir tun.

Durch die „Fridays for Future“ sind wir erst wieder richtig darauf aufmerksam geworden.

Ich selbst sehe das Ausmaß der Schüler, die jeden Freitag demonstrieren auch zweiseitig, aber was ich zugeben muss: Sie haben geschafft, dass die Menschen darüber nachdenken. Wir müssen alle an einem Strang ziehen und das zeigen die demonstrierenden Schüler. Bloß manchmal denke ich, dass es auch wichtig ist, mal wieder zum Physik- oder Biologie-Unterricht zu gehen. Vielleicht können wir Schüler mit dem richtigen Wissen dann noch viel mehr tun, um die Erde zu retten.

Wo wir doch gerade über Schüler reden, möchte ich einmal meine Gedanken dazu äußern, dass deutsche Politik wohl hauptsächlich für den älteren Teil der Bevölkerung gemacht wird. Unsere jungen Stimmen werden nicht gehört oder einfach ignoriert und als nicht wichtig abgestempelt. Bei der Artikel 13 Debatte wurden die jungen Demonstranten sogar noch als Bots und gekauft bezeichnet. Die „Fridays for future“-Bewegung wird von den Politikern zwar gelobt, doch gemacht wird auch nichts. Ein Youtuber, der ein politisches Statement hochlädt und die junge Generation aufklärt, hinsichtlich einiger Dinge, die in unserer Regierung nicht ganz richtig laufen, wird als „Fake-News-Verbreiter“ bezeichnet, aber eine Antwort auf die Anschuldigungen gibt es dennoch nicht.

Ist es nicht eigentlich Aufgabe einer Regierung, sich um das Wohl ihrer Bevölkerung zu kümmern? Und heißt Demokratie nicht, dass wenn ein großer Teil dieser Bevölkerung gegen etwas demonstriert, dass jene Regierung erst nochmal darüber nachdenkt, bevor sie einen neuen Artikel einführt? Und irgendwie erwarte ich, als junger Mensch auch, dass meine Zukunft auf dieser Erde gesichert ist. Klar, dort oben in der Regierung sitzen derzeit viel ältere Menschen als meine Generation, die die Konsequenzen des Klimawandels womöglich gar nicht mehr erleben werden.

Aber ich und meine ganze Generation, sowie Generationen nach uns, müssen dann in einer zerstörten Welt leben.

Ich habe Träume für meine Zukunft. Ich möchte die Möglichkeit haben, diese zu erfüllen. Ein schönes Leben zu leben. Das zu erreichen, was ich mir seit meiner Kindheit erträumt habe. Ich möchte nicht meine Visionen zerstört sehen, weil Politiker heute nur herumgeredet und nicht gehandelt haben. Alles Geld der Welt ist nicht so viel wert wie die Zukunft Eurer Kinder und Enkelkinder.

Dieser Blogpost zeigt auch wieder nur die Sicht einer 17-jährigen, deren Stimme womöglich ebenso wenig gehört wird. Aber vielleicht können wir ja etwas ändern, wenn wir alle zusammen aufstehen und unsere Stimmen erheben. Denn es geht hier schließlich um unsere Zukunft, nicht wahr?

Ich möchte in einem Deutschland leben, in dem auch die jungen Stimmen gehört werden.

Ich möchte in einem Deutschland leben, in dem die junge Generation als wichtiger Bestandteil der Gesellschaft angesehen wird und auch ein Recht darauf hat, ihre politische Meinung zu äußern.

Ich möchte in einem Deutschland leben, in dem meine Zukunft sicher ist.

2 Responses to "Hört uns noch jemand?"
  1. Wahre Worte! Ich nehme Politik und gerade die Berichterstattung darüber schon ganz anders war, seit meine Schwester mit einem Iraner zusammen ist. Das ist nämlich auch so ein Thema, bei denen die Politiker an den Menschen vorbei Entscheidungen treffen…
    Generell denke ich, dass solche Aktionen wie „Friydays for Future“ wirklich wichtig sind, damit die Politik erkennt, dass sie so wie bisher nicht weiter machen können (gut, die Wahl hat das ihnen ja auch wieder gezeigt…). Dennoch habe ich, wenn ich mir die aktuellen Entwicklungen so anschaue, die Befürchtung, dass es noch eine Zeit lang so weiter gehen wird, bis auch die Politiker so richtig erkennen, dass sie nicht weiterhin Politik am Volk vorbei machen können…

    • Ohje, deinen Kommentar hatte ich ja vollkommen übersehen, entschuldige!
      Ich bin auch absolut der Meinung, dass sich in der Politik etwas verändern muss und das hoffentlich ganz bald. Aber jetzt können wir wohl erstmal nur warten und hoffen. Ich bin mir sicher, dass es irgendwann einen Ruck in die richtige Richtung gibt. 😉
      Liebe Grüße,
      Charlie

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