"Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau" von Anne Berest

„Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau“ von Anne Berest

Das Buch „How to be  Parisian wherever you are“, an dem Anne Berest mitgeschrieben hat, schaffte es gefühlt auf jeden Instagram-Account angesagter oder weniger angesagter Modeblogger. Jetzt hat Anne Berest mit „Emillienne oder die Suche nach der perfekten Frau“ ein weiteres Buch veröffentlicht. Ich habe es bisher aber noch nicht so häufig auf den obligatorischen Modeblogger-Stillleben entdeckt.

Warum? Weiß ich nicht.

Anne Berest begibt sich mit "Emilienne" auf die Suche nach der perfekten Frau, oder ganz und gar, auf die Suche nach Perfektion überhaupt.
Das Cover von „Emilienne“ eignet sich eigentlich wieder hervorragend, um neben Chanel Lippenstiften und Blumensträußen in Szene gesetzt zu werden. Ich hatte jetzt nur die perfekte Mütze parat. Ging auch…

Vielleicht ist es zu anspruchsvoll? Anne Berests Suche nach der perfekten Frau ist vielleicht zu kritisch für die Social Media Scheinwelt? Denn genau die präsentiert uns ja jeden Tag die vielen perfekten Frauen mit ihren perfekten Handtaschen in ihren perfekten Leben. Und das mit vollem Ernst. Da passt ein kritischer Roman, der sich genau mit diesem Problem unserer Gesellschaft beschäftigt, wohl nicht so recht ins Bild.

In „Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau“ gibt es keine einfache Anleitung zum Thema, wie werde ich die perfekte Frau oder wie koche ich eine schnelle Suppe, die alle meine schicken perfekten Gäste begeistert.

Nein, „Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau“ läßt uns eher nachdenklich zurück.

Ob es diese perfekte Frau überhaupt gibt und was es für eine Rolle spielt, werde ich natürlich nicht verraten. Ich verrate lediglich, dass sich die Fotografin Emilienne, die sich selbst für absolut unperfekt hält, auf die Suche nach der perfekten Frau begibt. Sie will diese für einen Wettbewerb fotografieren. Eigentlich war Emilienne überzeugt, dass ihre Nachbarin Julie die perfekte Frau sei. Aber als Julie einen Zusammenbruch erleidet, muss Emilienne umdenken und sie begibt sich auf eine spannende Reise.

Die Autorin Anne Berest ist Journalistin und Theaterregisseurin. Sie hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht und zählt zu den interessantesten Menschen der französischen Literaturszene. Ja, und ein kurzer Blick auf ihr Foto im Buch zeigt, dass sie auch noch sehr hübsch ist. Ist sie etwa die perfekte Frau? Wer weiß? 😉

Wir mussten an einigen Stellen sehr schmunzeln, weil sie unsere Gesellschaft sehr genau beobachtet hat.
Anne Berest, die Autorin von „Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau“ schreibt scharfzüngig und amüsant.

Das im KNAUS Verlag erschienene Buch richtet sich an erwachsene Frauen. Ich habe es zusammen mit meiner Frau Mama gelesen. Ein paar freizügige Textstellen hat mir Mami vorenthalten und ein paar Passagen hat sie mir erklären müssen. Aber ich fand den Schreibstil von Anne Berest wirklich sehr unterhaltsam. Ihr Humor ist teilweise zwar recht bissig, aber irgendwie immer charmant. Es gibt zahlreiche Zitate, die direkt in meinem Notizbuch gelandet sind, weil sie einfach so schön sind und mich zum Nachdenken anregen. Ich habe noch nicht viele Bücher gelesen, die ein ernstes Thema auf so leichte Art und Weise zur Diskussion stellen.

Naja, sie ist eben eine echte Parisian, diese Anne Berest.

"Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau" von Anne Berest
Und, bin ich jetzt eine perfekte Frau? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Und wenn ich gar keine perfekte Frau sein will, setze ich die perfekte Mütze auf. Dann bin ich einfach der perfekte Karl!

Und wer sich das Buch jetzt sofort kaufen möchte, kann dies hier gleich bei Amazon tun. Ich habe auch gleich „How to be Parisiane wherever you are“ verlinkt. Beide Bücher sind sicher auch wunderbar als Geschenk geeignet. Eins zum Nachdenken und eins zum Abschalten. 😉

2 Responses to "„Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau“ von Anne Berest"
  1. Liebe Charlotte, deine Rezension macht auf jeden Fall Lust auf das Buch! Mir gefällt dein roter Faden durch deine Frage: „Ist das Buch möglichweise zu anspruchsvoll, da es unser Idealbild bröckeln lässt wie zum Beispiel mit Instagram-Filtern?“ . Für viele ist es der eigene Spiegel, um selbstbewusster zu wirken und perfekt zu sein. Viele meinen, dass das Streben nach einem perfekten eigenen Idealbild der einzige richtige Weg zum persönlichen Glück wäre. Dabei liegt Perfektion womöglich sogar im unperfekten Ich. „perfect is boring, human is beautiful“ find ich einen tollen Spruch, den ich mal gelesen habe. Das Buch kommt durch dich auf jeden Fall auf meine Leseliste!

    • Hallo Luise,
      das Buch ist wirklich super. Ich hatte etwas ganz anderes erwartet und war dann hin und weg. Es gab so coole Textstellen, die ich mir merken möchte und viele Ansichten fand ich für mich so erleichternd. Gerade weil dieses Bild von Perfektion bei uns ja immer so rumgeistert und als Teenie ganz schön stresst. Ich habe es ja mit Mami gelesen, weil einige Szenen vielleicht nicht wirklich so verständlich für mich als Noch-Nicht-Ganz-Erwachsene sind. Naja, und manches hat Mami einfach „zensiert“, als nicht jugendfrei.;)
      Ich kann es jedenfalls nur empfehlen, vielleicht kann ich ja dann bei dir lesen, ob es dir ähnlich ging. Geschmäcker, gerade bei Büchern, sind ja bekanntlich verschieden.
      Und genau: Perfektion muss ultra langweilig sein, aber man muss es sich trotzdem immer wieder in Erinnerung rufen, bei all den perfekten Insta-Schönheiten. Mit oder ohne Filter. 😉
      Liebe Grüße
      Charli

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