Oder in Charlis Head?

Gedanken, die mir kurz vor Jahresende in den Kopf kommen

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Kurz vor Jahresende mache ich mir ein paar Gedanken, was ich noch schaffen möchte und was wohl das nächste Jahr bringen wird. Das ist irgendwie in jedem Jahr dasselbe. Naja, erst seit ich ein bisschen älter bin natürlich. Ich denke, als Vierjährige oder auch als Grundschülerin war das noch nicht so. Da bedeute der Jahreswechsel eigentlich nur, dass ich ein paar Spielsachen mehr im Schrank hatte und irgendwann meine Geburtstagsparty steigt. Die musste ich nämlich oft ins nächste Jahr verlegen, weil in der Vorweihnachtszeit soviel Trubel war.

Trubel ist jetzt immer noch, aber eben anderer. Geburtstag habe ich natürlich auch noch zur gleichen Zeit, aber die Planung läuft jetzt einfach anders.

Und da kommen mir gleich ein paar Gedanken.

Mein Jahr hat einige Veränderungen mit sich gebracht und das ist gut so. Ich habe das Tanzen aufgegeben und damit auch ein paar Freunde. Obwohl ich mich heute wirklich frage, was uns eigentlich verbunden hat. Echte Freundschaft endet ja eigentlich nicht damit, dass man nicht mehr den gleichen Tanzkurs besucht, oder? Also waren das eventuell niemals richtige Freunde! Oder wir haben uns in unterschiedliche Richtungen entwickelt? Das ist wohl die Erklärung.

Wenn ich jetzt am Jahresende diese Tatsache betrachte, fällt mir auf, dass ich wählerischer geworden bin. Wählerischer bei der Auswahl echter Freunde. Klar, man hat eine Menge Bekannter, aber richtige Freunde sind etwas komplett anderes. Die findet man nicht an jeder Ecke, die sind wirklich selten.

Und ich glaube mittlerweile, dass sich nicht jeder Mensch als echter Freund eignet. Um ein wirklicher Freund zu werden, muss man erst mal mit sich selbst zufrieden sein. Dann kommt nämlich auch kein Neid auf, wenn die beste Freundin irgend etwas besser kann, oder die coolere Party feiert.

Missgunst hat in einer Freundschaft nichts zu suchen!

 

Und da wären wir schon mal bei meinem Vorsatz für das kommende Jahr. Ich werde missgünstigen Leuten in meinem Leben keinen Platz mehr einräumen, denn die sind toxisch! Sie vergiften ihre Umgebung und am Ende wird man genauso unzufrieden wie diese Menschen. Das ist ein Kreislauf, den es zu durchbrechen gilt.

Ich will mich für andere freuen, denn Freude verdoppelt sich ja bekanntlich, wenn man sie teilt.

Und das bemerke ich gerade beim Musik machen. Musik machen mit den richtigen Leuten natürlich. Meine Mami hat mir gerade eine wunderschöne Textzeile aus „Saturday“ von Ian McEwan vorgelesen, die mich wirklich berührt hat. Es geht um den perfekten Moment in der Musik, der rein gar nichts mit Können oder dem Druck nach musikalischer Perfektion zu tun hat, sondern eher mit Freundschaft und Liebe.

„Eben dann erlauben sie uns einen flüchtigen Blick auf das, was wir sein könnten, auf unser ideales Ich und auf die unmögliche Welt, in der man alles, was man besitzt, fortgibt und doch nichts verliert. Draußen in der realen Welt gibt es visionäre Projekte, detaillierte Pläne von friedfertigen Imperien, in denen sämtliche Konflikte gelöst sind und das Glück aller auf ewig existiert – Trugbilder, für die Menschen zu sterben und zu töten bereit sind. Das Königreich Christi auf Erden, das Arbeiterparadies, der ideale islamische Staat. Doch nur in der Musik und nur in seltenen Augenblicken hebt sich tatsächlich der Vorhang, um verlockend den Traum einer Gemeinschaft heraufzubeschwören, der mit den letzten Noten wieder entschwindet.“ 

Irgendwann möchte ich meine Gedanken auch mal so schön in Worte fassen können. Das ist jetzt zwar kein Vorsatz für das kommende Jahr, denn dazu brauche ich eventuell etwas länger, aber ich möchte Jahr für Jahr besser werden.

Das ist quasi ein Mehr-Jahres-Vorsatz, oder sagt man dann schon Lebensziel? Ach, nö, nicht mit Fünfzehn, oder?

Und da wir hier beim Thema Musik angekommen sind, fällt mir dieser Artikel ein. Meine Eltern sind der Meinung, dass unsere Generation langweilig ist, ihr erinnert euch noch an diesen Post, oder? Naja, und so hatten sie natürlich einen Riesenspaß daran, mir diesen Artikel auf welt.de zum Thema zu präsentieren.

Leute, wir müssen etwas tun, da glaubt jemand, unsere Generation könnte diesen allgemeinen Einheitsbrei ändern! Mich würde nur noch interessieren, wo er da im Netz unterwegs war und Hoffnung geschöpft hat. Bestimmt war er hier bei frischgelesen.de. Ha, ha… 🙂

Das waren schon mal einige gute Vorsätze, aber ganz sicher nicht die letzten. Ach so, eine sehr wichtige Entscheidung habe ich noch vergessen. Bisher hatte ich ja nur eine dreimonatige Auszeit in England geplant, aber inzwischen steht fest:

Wenn ich gehe, dann gehe ich für ein ganzes Schuljahr nach England! Entweder richtig oder gar nicht! Ich halte euch auf dem Laufendem.

Vor dem "Queens Head" Pub in Ramsgate hatte ich natürlich nur sonnige Gedanken. :)
Meine Gedanken zum Jahresende

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2 Responses to "Gedanken, die mir kurz vor Jahresende in den Kopf kommen"
  1. Liebe Charli, Dein Vorsatz für das nächste Jahr macht für mich viel Sinn! Und ich muss zugeben, dass ich schon ein wenig die Meinung Deiner Eltern teile – ich vermisse in Eurer Generation mitunter auch das Fieber der Jugend. Aber vielleicht kommt einem das nur so vor, wenn man älter ist, aber gerade bei unserem Sohn, der doch schon 22 Jahre „alt“ ist, denke ich, dass er schon wirklich enorm brav ist 🙂 Was ja definitiv auch seine guten Seiten hat 😉
    Ich wünsche Dir ein tolles Wochenende!
    Liebe Grüße, Rena
    http://www.dressedwithsoul.com

    • Liebe Rena,
      das habe ich mir fast gedacht, dass du auch die Meinung meiner Eltern teilst. Wahrscheinlich sind wir die erste Generation, bei der sich die Eltern beschweren, dass sie nicht verrückt genug sind. 😉
      Aber ich verstehe schon irgendwie was gemeint ist und kann vieles davon nachvollziehen. Ich versuche dann eventuell mit Musik zu punkten. Aber es ist natürlich auch nicht leicht, denn alles war ja irgendwie schonmal da.
      Ich wünsche dir auch ein schönes Wochenende. Bei uns ist es leider sehr grau, aber ich mache das Beste daraus. 🙂
      LG Charli

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