Warum tun sich Menschen so etwas an?

Für ein Leben ohne Angst!

Kurz vor unserem Urlaub wird es noch einmal ernst bei mir. Den Anlass könnt ihr euch sicher auch denken, denn unsere Welt gerät irgendwie aus den Fugen. Ein Leben ohne Angst wirkt im Moment unmöglich. Und das geht natürlich auch an einer Vierzehnjährigen nicht vorbei. Ich werde jetzt nicht in den allgemeinen Chor der Verbitterung oder Verunsicherung einstimmen. Nein, mein Anliegen ist ein anderes und es ist mir wichtig.

Lasst sie uns nicht die Freude am Leben nehmen

Jeder, dem ich in den letzten Tagen von unserem bevorstehenden Frankreich-Urlaub erzählt habe, fühlte sich irgendwie bemüßigt mir nochmal von den Vorfällen in Nizza zu berichten und mir Glück zu wünschen. So nach dem Motto: Wird schon nichts passieren!

Ja, genau! Es wird nichts passieren! Und wenn, dann ist es eben so! Kann ich nicht ändern!

Ich bin für ein Leben ohne Angst!

Nein, ich will mich nicht einschüchtern lassen von verkappten oder verrückten Attentätern. Ich will mein Leben genießen und ich will reisen. Klar, werde ich nicht in Kriegsgebiete fahren, oder wandere durch Landstriche, in denen Menschen verhungern. Ich möchte auch nicht in Länder oder Regionen reisen, in denen die Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Aber ich möchte die Welt kennenlernen. Und das möglichst ohne mir vorher den Kopf zu zerbrechen, ob ich jetzt Opfer eines Terroranschlages werde.

Ich will reisen ohne Angst!

Ehrlich gesagt, habe ich mich tierisch auf unseren Urlaub gefreut und tue es auch heute noch, aber diese vielen kleinen Bemerkungen haben Zweifel aufkommen lassen. Da kann ich gar nichts gegen tun. Mami hat es natürlich sofort gemerkt und konnte es sich auch sofort denken, was der Grund war. Sie kennt diese Schwarzmalerei der Menschen und mag dies überhaupt nicht.

Was ist los mit unserer Welt? Ich möchte ein Leben ohne Angst.
Was ist los mit unserer Welt? Ich möchte ein Leben ohne Angst.

Die Welt ist bunt und fröhlich, wenn wir es nur wollen

Schon als wir vor zwei Jahren nach San Francisco geflogen sind, hat Mami sich über all diejenigen geärgert, die sofort die Sprache auf Erdbeben brachten. Da San Francisco ja bekanntlich im Raum der San Andreas Störung liegt, leben die Menschen dort tagtäglich mit dieser Gefahr. Und sie leben gut damit und sind fröhlich.

Kein Mensch steht dort morgens auf und denkt: ‚OMG, hoffentlich kommt es nicht heute, das schlimme Erdbeben. Hoffentlich werde ich den Tag auch überleben.‘

Was wäre es auch für ein Dasein, dieses Leben in Angst und Schrecken!

Und übrigens, wir haben eins erlebt, ein Erdbeben. In der Nacht wachte Mami auf, weil sie das Gefühl hatte, das Hotel würde schwingen und sie kam sich irgendwie vor, wie in einem Alice im Wunderland-Film. Es wirkte surreal und sie beobachtete den wackelnden Kronleuchter überm Bett und dachte, sie träumt.

Ja, und ich? Habe geschlafen, genau wie Papi. Und wir haben Mamis Geschichte erst geglaubt, als wir die Nachrichten sahen, mit den Bildern von zerstörten Häusern im Nappa Valley. Menschen sind zum Glück nicht zu Tode gekommen.

Hätte ich mir vorher schon soviel Gedanken gemacht, wäre ich wahrscheinlich voller Angst in den Urlaub geflogen und hätte diese wundervolle Stadt gar nicht genießen können.

Liebe Mitmenschen, Anteilnahme heißt auch zu zeigen, dass das Leben lebenswert ist

Und Frankreich steht für mich eben nicht in erster Linie für Terror und Trauer, sondern steht für Paris, Mode, tolle Landschaften, liebenswerte Menschen und Macarons, ha, ha… 😉 Und das macht mir kein idiotischer Terrorrist kaputt.

Das ist Frankreich für mich, Prinzessin Charli im Schlösser-Wunderland!
Das ist Frankreich für mich, Prinzessin Charli im Schlösser-Wunderland!

Denn das ist es, was sie wollen, sie wollen unser Leben zerstören. Sie wollen unser Leben verändern, sie wollen dass Angst regiert, wie bei ihnen zu Hause.

Warum lassen wir das zu?

Deshalb fliehen die Menschen doch von dort. Wir dürfen dem Terror hier einfach keine Chance lassen, er darf hier nicht hereinkommen. Ein paar Willkommens-Parolen brüllen und uns dann in unsere Häuser verkriechen hilft wohl niemanden. Aber wir sind ja viel zu sehr damit beschäftigt, uns gegeneinander aufzuhetzen, weil der Nachbar sich vielleicht nicht ganz politisch korrekt geäußert hat. Lasst uns doch mal wieder positiv in die Zukunft, in unsere Zukunft schauen. Gemeinsam.

Angst gehört zum Leben, aber sie darf es nicht regieren

Meine Eltern hatten vor vielen Jahren ein sogenanntes Schlüsselerlebnis in der Pariser Metro. Ich war noch sehr klein und bin mit meinem Bruder zu Hause bei Oma und Opa geblieben. Zur gleichen Zeit gab es ein paar Anschläge in der Londoner U-Bahn und alle haben meine Eltern im Vorfeld schon ganz verrückt gemacht. Aber sie sind trotzdem nach Paris geflogen.

Nach einem Essen wollten sie dann per Metro zurück zum Hotel. Sie mussten rennen um die Bahn noch zu bekommen und sind als Letzte eingestiegen. Gerade noch geschafft! Nach ein paar Minuten fing dann ein junger Mann ganz laut an zu schreien, er stellte sich in den Mittelgang und schrie etwas auf französisch. Er schwitzte und war aufgeregt. Der Mann klang wütend!

Meine Eltern verstanden ihn nicht und bekamen Angst, denn alle anderen Fahrgäste guckten irgendwie verunsichert weg. Meine Mami erzählt immer, dass sie sich selbst Vorwürfe machte, weil sie ja unbedingt die Bahn noch kriegen wollte. Und jetzt saßen sie fest! Sie dachten wirklich, dass es ein Attentäter war, der noch seine Parolen verkündete. Denn das macht Angst mit uns, wir sehen das Negative, das Schlimmste!

Ja, und was ist dann passiert?

Na, dass meine Eltern es überlebt haben, könnt ihr euch sicher denken, denn sie tauchen ja ab und an hier auf frischgelesen.de auf. Bei der nächsten Haltestelle sind sie einfach, wie viele andere Mitfahrende, ausgestiegen. Nur, dass es eben nicht ihr eigentliches Ziel war. Es war pure Angst! Zum Hotel fuhren sie dann einfach mit dem Taxi, schließlich spielt Geld keine Rolle, wenn man gerade dem „Tod von der Schippe gesprungen ist“. Naja, das dachten sie jedenfalls!

Aber… Klar, gibt es ein ‚aber‘! Meine Eltern haben dann nämlich herausgefunden, dass es gerade einen Poeten-Wettstreit in der Pariser Metro gab. Ja, und dieser vermeintliche Attentäter war eben ein junger Poet, der sein Gedicht vorgetragen hat. Vielleicht ein politisches, wer weiß. Deshalb hat er wahrscheinlich so geschwitzt und wirkte nervös, vielleicht war es sein erstes Mal. Da kann man schonmal aufgeregt sein, oder?

Heute lachen meine Eltern über diese Aktion, aber gelernt haben sie daraus einiges. Und ich auch! Denn ich bin sowieso schon manchmal viel zu ängstlich, aber ich möchte mich auf das Leben und die Welt da draußen freuen. Und nicht vor ihr Angst haben. Ich möchte keine Angst haben, wenn jemand ein Gedicht in der Pariser Metro aufsagt und ich möchte mich auf Frankreich freuen, so wie immer! Ohne besorgte Kommentare zu unserem Urlaubsziel.

Denkt positiv, dann klappt auch ein Leben ohne Angst

Was nützt es uns, wenn wir immer das Schlimmste befürchten: Es ist nicht wichtig wie, wann oder wo unser Leben zu Ende geht. Wichtig ist, was wir in unserem Leben getan haben. Diese tolle Erkenntnis habe ich übrigens aus dem Buch „Denk dir die Welt“. Das hilft auch beim Erwachsenwerden, kann ich euch nur empfehlen.

Der Weg ist das Ziel, den Spruch kennt doch jeder und er ist so wahr!

Das ist nur eine Treppe, kein Abgrund! Also, Augen auf für Gefahren, aber auch für Positives!
Das ist nur eine Treppe, kein Abgrund! Also, Augen auf für Gefahren, aber auch für Positives!
Klar, kann man eine Treppe runterfallen, aber: Hey, man kann auch darauf sitzen. Versteht ihr, was ich meine?
Klar, kann man eine Treppe runterfallen, aber: Hey, man kann auch darauf sitzen. Versteht ihr, was ich meine?

Und wenn ihr doch mal Angst habt, dann sprecht darüber. Ja, und wenn euch keiner zuhört, dann höre ich euch zu. Das hier ist unsere Zukunft und wir sind verantwortlich, dass unsere Kinder später auch ein Leben ohne Angst führen können.

Ich wünsche euch wunderschöne Ferien, egal wo ihr sie verbringt! Und passt auf die Poeten auf! 😉

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