Und achtet auf eure Mitschüler, denn die Erkenntnis "Tote Mädchen lügen nicht" ist sehr schmerzhaft und sollte allen erspart bleiben.

Zum Nachdenken: Neue Netflix Serie „Tote Mädchen lügen nicht“

Das Buch „Tote Mädchen lügen nicht“ von Jay Asher dürfte den meisten von euch bekannt sein. Manche haben sogar das Glück und lesen es im Deutschunterricht. Finde ich absolut richtig, sich mit solch ernsten, aber zeitgemäßen Themen auch in der Schule zu beschäftigen. Schließlich ist die Schule ja auch Ort des Geschehens bei „13 Reason Why“, wie der Titel im Original lautet.

Gerade in der Pubertät brauchen wir manchmal etwas Hilfe. Bücher, wie "Tote Mädchen lügen nicht" sind sehr willkommen.
„Tote Mädchen lügen nicht“ von Jay Asher: Das Buch hat mich tief bewegt und ich sehe manche Dinge dadurch anders.

Ich habe das Buch „Tote Mädchen lügen nicht“ vor ein paar Jahren in einer Phase gelesen, in der auch ich Schwierigkeiten mit meinen Mitschülerinnen hatte. Das Buch hat mir und meinen Eltern geholfen, obwohl die dort angesprochenen Probleme gar nichts mit meinen eigenen zu tun hatten. Genau das macht ein gutes Buch aus, oder? Mami hat es damals sogar zu erst gelesen, in einer Nacht. Sie sagte, dass sie nicht aufhören konnte zu lesen und hat auch hier auf dem Blog eine Rezension aus Mami-Sicht geschrieben. Wer nochmal nachlesen möchte, kann dies hier gern tun.

Meine damaligen Probleme sind lange vergessen, aber Hannah Baker hat seitdem einen Platz in meinem Herzen.

Dass „Tote Mädchen lügen nicht“ von Jay Asher irgendwann verfilmt werden soll, habe ich schon vor langer Zeit erfahren und mich tierisch darüber gefreut.

Nun ist es manchmal aber doch so, dass dann die Verfilmung nicht wirklich die Stimmung eines Buches einfängt. Gerade bei einem so schwierigem Thema wie Mobbing und Suizid, kann das schnell nach hinten losgehen. Aus diesem Grund war ich etwas zwiegespalten in meiner Vorfreude. Und als ich dann noch erfuhr, dass Selena Gomez die Netflix Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ bzw. „13 Reason Why“ produzieren würde, machte es die Sache nicht besser. Ich habe befürchtet, dass es so ein typischer Teeniefilm wird, der dem Autor Jay Asher einfach nicht gerecht wird.

Und das ging nicht nur mir so, auch Mami, die das Buch ebenfalls gelesen hat, war ein bisschen aufgeregt. ;)
Wenn das Buch und das Thema so gefesselt hat wie bei „Tote Mädchen lügen nicht“, sind die Erwartungen an eine Verfilmung sehr hoch.

Natürlich ist „Tote Mädchen lügen nicht“ auch eine Teenie-Serie geworden, aber eine verdammt gute!

Und Eltern, Lehrer, Mitarbeiter von Schulämtern etc., alle sollten sich diese Netflix Serie anschauen. Ich denke, ihr könnt alle etwas über die Gedankengänge unserer Generation lernen. Sicher ist nicht jeder Teenager selbstmordgefährdet und der ein oder andere steckt dumme Sprüche, oder ungerechte Behandlung einfach besser weg. Aber die Botschaft von Jay Asher haben die Macher von „13 Reason Why“ wahnsinnig gut eingefangen.

Die Netflix Serie „13 Reason Why“ zeigt wie ganz kleine Dinge manchmal eine Lawine an Gefühlen auslösen können, an denen junge Menschen dann zerbrechen.

Wir alle sollten bei dem, was wir sagen und tun, immer daran denken, was es in anderen auslösen könnte und wir sollten auf unsere Mitmenschen achten. Nicht jeder hat die Unterstützung, die er eigentlich haben sollte und das sollten wir ändern. Jetzt sofort!

Eigentlich könnte ich hier noch unendlich weiterschreiben, es gibt soviel zu sagen zu diesem Thema. Doch viel eindrucksvoller machen das die Schauspieler bei „Tote Mädchen lügen nicht“, ich fand sie alle perfekt gewählt und sie spielen großartig. Auch das Grading der Bilder ist toll, man erkennt sofort die Stimmung und die Zeitform. Trotz des ernsten Themas hat die Serie nicht nur schwere Momente. Ich fand es toll, dass in der Serie auch der Aspekt der sozialen Medien eine Rolle spielt, ebenso wie der Prozess gegen die Schule. Hier geht der Film inhaltlich noch über das Buch hinaus. Ihr solltet euch auch unbedingt die zusätzliche Folge anschauen, in der Schauspieler, Psychologen und Produzenten zu Wort kommen. Auch wenn ich kein Selena Gomez Fangirl bin, begeistert mich die Tatsache, dass sie mit ihrer Bekanntheit dafür sorgt, dass ein wichtiges Thema Gehör findet.

Und achtet auf eure Mitschüler, denn die Erkenntnis "Tote Mädchen lügen nicht" ist sehr schmerzhaft und sollte allen erspart bleiben.
Schaut sie euch an, diese Serie. Auch meine Eltern haben sie mitangesehen. Ich denke, für Eltern ist es noch ein bisschen schwerer, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

Und nun liegt es an uns, dass wir etwas ändern!

6 Responses to "Zum Nachdenken: Neue Netflix Serie „Tote Mädchen lügen nicht“"
  1. Das finde ich auch, dass liegt an einem selber, wenn man etwas änder möchte. Ich kenne leider weder das Buch noch den Film resp. die Serie. Klingt aber so spannend, dass ich jetzt richtig interessiert bin. Klasse, dass es Euch damals so geholfen hat. Danke fürs Vorstellen 🙂
    Liebe Grüße, Rena
    http://www.dressedwithsoul.com

    • Hallo Rena,
      da freue ich mich, dass ich dich neugierig gemacht habe. 😉 Meine Mami hat ja damals auch das Buch gelesen und vom Film war sogar Papi begeistert. Das Thema haben sie gut umgesetzt, auch wenn es teilweise natürlich schon sehr bedrückend ist. Bin gespannt, was du sagst.
      LG Charli

  2. admin sagt: Dieser Kommentar wurde hierher verschoben, da er unter einem anderen Beitrag gepostet wurde, sich aber inhaltlich besser hier einordnet.


    Ich muss ehrlich zugeben, dass ich eine wahre Kochniete bin und daher nicht allzu viel zum eigentlichen Thema deines Postes beitragen kann. Aber da ich gerade deinen Kommentar zu meinem Post über „Tote Mädchen lügen nicht“ gesehen habe, wollte ich immerhin darauf antworten.

    Natürlich kann man die Gründe für einen Selbstmord nicht bewerten oder auf die Waagschale legen. Aber mir haben mittlerweile auf diesen Post hin zwei Mädchen geschrieben, die selbst in ihrer Jugend mit ähnlichen Gedanken zu kämpfen hatten und das Buch kannten. Beide fanden das Buch grässlich und haben mir in vielen meiner Punkte zugestimmt.
    Wie ich schon betont habe, geht es mir weniger darum, dass ich nicht auch der Meinung bin, dass man mehr auf sein Verhalten (und gerade die Auswirkungen davon auf andere) achten sollte. Ich finde nur tatsächlich die Darstellung des Selbstmordes etwas schwierig. Natürlich reagieren Teenager manchmal anders auf Vorkommnisse, vielleicht auch oftmals etwas extremer oder unüberlegt. Aber gerade deswegen hätte ich mir von der Geschichte her etwas anders gewünscht…
    Ich denke wir sind alle schon etwas älter und sehen die Serie definitiv mit etwas anderen Augen bzw reflektierter. Aber die Zielgruppe sind nun mal Jugendliche und daher mag ich die Herangehensweise an einige Dinge überhaupt nicht.
    Auf diese Themen aufmerksam zu machen ist wichtig, keine Frage. Aber die Serie widerspricht sich teilweise einfach selbst.

    Leider ist das ja ein generelles Problem an Schulen, dass auch wir einmal erlebt haben. Ich war sogar auf einer von der Kirche geführten Schule, die es sich recht große auf die Fahne schreibt, für Nächstenliebe etc.pp zu stehen und auch da wurde man mit Problemen trotzdem meistens allein stehen gelassen. Gerade, wenn sie das Lehrerkollegium selbst betroffen haben (und wir reden hier von sexueller Belästigung).
    Ich fürchte, dass es dahingehend leider sehr, sehr viele Menschen mit schlechten Erfahrungen gibt…

    • Hallo Christine,
      ich habe deinen Kommentar mal hier zu meinem Post über „Tote Mädchen lügen nicht“ verschoben.
      Also, ich zähle mich mit 15 Jahren ja zur Zielgruppe des Buches bzw. der Serie und darum fand ich und auch meine Eltern das anschliessende Video sehr informativ. Dort hat die Psychologin auch erklärt, dass es mit den Frontallappen der Teenager zu tun hat und Dinge, die später bedeutungslos erscheinen oft in diesem Alter so gravierende Folgen haben können.
      Ein Vergleichen von Selbstmordgründen lehne ich generell ab, aber es ist natürlich total subjektiv ob ein Buch gefällt oder nicht. Das hängt tatsächlich auch stark davon ab, wie man mit den Protagonisten klar kommt, keine Frage. Oder in welcher Situation man sich gerade selbst befindet.
      Auf jeden Fall finde ich es gut und wichtig, dass die Story zeigt, dass es nicht nur „schwarz oder weiß“ gibt und nicht jeder gefährdete Teenager traurig und ängstlich durch die Gegend läuft. So einfach ist die Realität ja leider nicht.
      Ich bin jedenfalls schon gespannt, wie die 2.Staffel sein wird. Es gibt ja noch so viele Aspekte.
      Und was Du von Deiner Schule schreibst, ist ja auch ein Zeichen, dass es in diesem Bereich wohl noch viel zu tun gibt. Da sind solche Diskussionen schon sehr wichtig. Also, egal ob man die Serie mochte oder nicht, man redet darüber und das ist ein erster Schritt, oder?

      Vielen Dank für Deine Sichtweise und liebe Grüße
      Charli

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