ich bin ein mieser Influencer, Leute. ;)

Hat es sich ausgebloggt, oder warum wollen jetzt alle Influencer werden?

Auf frischgelesen.de sah es in letzter Zeit etwas traurig aus und einige Leser haben eventuell schon gedacht, dass mir die Themen ausgegangen sind, oder es sich in Anbetracht der viel angesagteren Influencer einfach ausgebloggt hat. Das kann ich natürlich nicht einfach so stehen lassen, schließlich bin euch etwas schuldig. Man kann ja nicht jahrelang einen Blog führen und dann einfach sang- und klanglos verschwinden.

Keine Sorge, ich verschwinde nicht! Bei mir hat es sich noch lange nicht ausgebloggt.

Auch Bloggen sollte nachhaltig sein, das unterscheidet uns doch vom Influencer. ;)
Ich werde doch nicht meine jahrelange Arbeit am Blog in einen Trümmerhaufen verwandeln.
Ausgebloggt? Nicht bei mir!
Auch wenn das Fashion Domino Outfit heute mit ernstem Thema daherkommt.
Und den weinroten Samtmantel kennt ihr auch schon. Ich bin nur Blogger, ich darf meine Klamotten mehrfach tragen. ;)
Ja, der Pull&Bear Nadelstreifen Rock ist heute Ausgangspunkt.

Ehrlich gesagt kann ich diese ganze Diskussion nicht mehr hören. Lohnt sich das Bloggen noch? Oder reicht ein Instagram Account? So oder ähnlich liest man es jetzt eigentlich überall. Aber im Endeffekt geht es doch immer nur um Geld. Bloggt eigentlich niemand mehr aus Spaß, oder weil er etwas zu sagen hat? Alle sehen es als Business. Und wenn auch der tollste Blogger dann entdeckt, dass er mit einem Instagram Bild genauso viel verdienen kann, wie mit einem aufwendigem Blogpost, dann hat es sich schnell ausgebloggt.

Und plötzlich wird aus deinem Lieblingsblogger ein Influencer mit Kaffeetasse oder Müsli im Hotelbett. 😉

Ich frage mich immer, ob die Leser oder Gucker (passt besser zum Influencer) wirklich so oberflächlich sind, dass sie sich allein von Fotos unterhalten lassen. Ich habe bisher Instagram Accounts hauptsächlich in Zusammenhang mit einem Blog oder irgendetwas dahinter gesehen. Zum Beispiel bei Museen oder Modelabels empfinde ich die Accounts als zusätzliche Bereicherung. Auch bei Kunstprojekten kann Instagram wirklich unterhalten. Aber ein Mädchen mit Ananas am Strand sollte schon eine Freundin sein, damit ich ihr Bild like.

Doch vielleicht ist es gerade das: die Influencer geben sich ja als Freundin aus. Eine Freundin, die dir Tipps gibt, dir die neueste Dating-App empfiehlt, dich per Filmchen mit auf gesponserte Reisen nimmt… Ich habe manchmal das Gefühl, das manch einer mehr Zeit mit seinen virtuellen Freunden verbringt als mit seinen echten. Oder wir es dadurch immer mehr verlernen, wirkliche Freundschaften zu knüpfen.

Wenn wir nicht aufpassen, hat es sich am Ende nicht nur ausgebloggt, sondern wir haben auch keine richtigen Freunde mehr.
Wo soll das alles noch hinführen?

Ich habe ja die letzte Woche beim Schüleraustausch in Budapest verbracht und auch da einige Beobachtungen gemacht, die mir gar nicht gefallen haben. Aber dazu wird es nochmal einen ganz eigenen Beitrag geben, da muss ich meine Gedanken noch ein bisschen sammeln. Ich habe so viele Ideen und darum kann ich es mir im Moment noch nicht vorstellen, dass es sich bei mir irgendwann einmal ausgebloggt hat.

Das Schreiben am Blog ist bei mir eine Art „Therapie“, da kann ich meine Gedanken ordnen.

Ob ein Influencer auch seine Gedanken ordnet, oder nur sein Essen, weiß ich natürlich nicht. Jeder soll das machen, was ihn glücklich macht. Mich macht Unehrlichkeit unglücklich und deshalb empfinde ich dieses Vorgeben von Authentizität als ärgerlich. Für mich persönlich ist es absolut unethisch, wenn Blogger oder Influencer vorgeben, dass sie von allen Produkten total überzeugt sind, die sie bei sich so anpreisen. Das geht doch sicher auch auf ehrlichere Art und Weise und bezahlte Authentizität gibt es sowieso nicht. Das hat schon Bill Cunningham gewusst und den bewundere ich wirklich.

ich bin ein mieser Influencer, Leute. ;)
Mein roter Faden (eher Seidenband) beim Fashion Domino ist Kreativität und nicht unbedingt ein neues Produkt.
Aber mit meinen neuen Puma Creepers wird es aufgelockert. ;)
Nadelstreifen und Samt, eigentlich sehr klassisch, oder?
Aber manchmal muss man Altes erneuern, oder alte Ansichten über Bord werfen.
Das war ich nicht…

Ich hoffe jedenfalls, dass sich aus diesem Blogger-Influencer-Ding etwas ganz Neues ergibt und wir uns wieder schöne Geschichten erzählen.

Von mir aus dürfen es auch Bildergeschichten sein, aber mit Sinn bitte und nicht nur mit „Kauf mich!“ Botschaft

So, nun habe ich genug gepredigt, jetzt geht und lest Blogs und kommentiert, was das Zeug hält. 😉

ich bin ein mieser Influencer, Leute. ;)
Mein Traumberuf ist mit Sicherheit nicht Blogger oder Influencer, aber ausgebloggt hat es sich auch noch nicht. Mal sehen, was die Zukunft so bringen wird…
4 Responses to "Hat es sich ausgebloggt, oder warum wollen jetzt alle Influencer werden?"
  1. Mir geht es wie Dir 🙂 Mir hilft das Schreiben für meinen Blog, meine Gedanken zu ordnen und sehr oft geben mir meine Leser auch wertvolles Input. Deswegen kann ich das Bloggen wohl auch auf längere Sicht nicht sein lassen … Tolle Bilder und schöner Look!
    Liebe Grüße, Rena
    http://www.dressedwithsoul.com

    • Hallo Rena,
      genau deshalb lese ich die weniger kommerziellen Blogs inzwischen viel lieber. 🙂 Und werde natürlich auch weiter bloggen, allein um später zu sehen, wie ich mich verändere. 😉
      Danke für das Lob.
      Wünsche dir noch einen schönen Abend.
      LG Charli

  2. Das hast du so gut erkannt und viel besser in Worte gegossen, als ich es könnte: Influencer präsentieren sich dir als die coolen Freunde, die du immer schon haben wolltest, die außergewöhnliche Dinge erleben, und dir von allem erzählen. Tatsächlich knirschen sie zwischen den Zähnen aber immer „kaufe es!“ – und das stört mich so sehr, dass ich immer mehr Blogs und Beeinflusser aus meiner Linkliste werfe, weil sie zur Dauerwerbesendung geworden sind. Blogs aus Liebe und Leidenschaft, die nicht für den Lebensunterhalt sorgen müssen, sind mir einfach viel, viel lieber!
    Und mein eigener Instagram-Feed (ich HAB Instagram, das ist bei mir schon die größte Revolution! Immerhin bin ich auch auf Facebook, ca. 3x im Jahr…) ist definitiv NICHT durchgeplant und -gestylt, sondern ein wilder Haufen an Bildern, die ich gemacht habe und so gerne mag, dass ich sie sogar herzeige. Wildfremden! Am allermeisten hat mich gefreut, dass mein Bild von meinem Nachbarn gut ankam. Mein Nachbar ist beeinträchtigt, aber er hat einen so guten Stil und so ein sicheres Händchen für ausgefallene Hüte, dass ich mich immer von ihm inspiriert fühle. Er ist so cool! Und ich bin froh, dass ich ihn fotografieren durfte. Da trug er gerade einen weißen Bauhelm ohne Logo, als er auf der Straße spazieren ging. Zum hellblauen Anzug und roter Krawatte. Richtig gut! Such einfach mal #wolfdieter

    • Liebe Vivien,
      vielen Dank für deine Kommentare. Habe dich schon vermisst und ich werde gleich #wolfdieter suchen. Das klingt nach einem interessanten Bild. Ich bin inzwischen auch etwas Instagram-müde und verunsichert, denn ein simples Selfie ohne Aussage bekommt immer so viel mehr Zuspruch als ein Post mit Aussage. Da schreibe ich lieber wieder mehr auf dem Blog, den ich in letzter Zeit etwas vernachlässigt habe, aber das ist wohl normal bei einem Hobby. 🙂
      #wolfdieter gefunden und er sieht fantastisch aus. 🙂
      LG Charli

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