Musik hat Bill Cunningham übrigens nur Sonntags in der Kirche gehört, oder auf den Events, auf denen er fotografiert hat. Und sie hat ihn glücklich gemacht. Vielleicht gerade, weil sie nicht stets und ständig um ihn herum war.

Bill Cunningham, ein Modemönch

In meinem Wochenrückblick habe ich es bereits angedeutet, dass ich noch ein bisschen ausführlicher zu Bill Cunningham schreiben möchte, denn ich fand diesen Mann wirklich beeindruckend. Und nachdem ich gestern Abend den Film „Bill Cunningham New York“ gesehen habe, bin ich es noch sehr viel mehr.

Es überrascht mich ein wenig, dass ich auf den bekannten deutschen Modeblogs keinen Hinweis auf seinen Tod am Sonntag, den 26.06.2016 gefunden habe. Im Moment ist ja in Berlin die Fashion Week und damit wohl Thema Nummer Eins. Aber was wären all diese Modespektakel ohne Fotografen wie Cunningham? Er ist quasi der Urvater der Street-Fashion-Fotografie, denn er hat schon lange vor Internet und Co. ausgefallene Mode in den Straßen von New York und Paris fotografiert. Ihm ging es dabei nicht vordergründig um die namenhaften Designer oder irgendwelche Berühmtheiten. Er war einfach begeistert von Menschen in Fashion jeglicher Art. Das kann man in der Dokumentation „Bill Cunningham New York“ ganz deutlich sehen.

In diesem Kleid hätte ich vielleicht eine Chance gehabt auf ein Foto zu kommen, denn Streifen mochte Bill Cunningham gern.
In diesem Kleid hätte ich vielleicht eine Chance gehabt auf ein Foto zu kommen, denn Streifen mochte Bill Cunningham gern.

Mode machte Bill Cunningham glücklich

Dass ich kein großer New York-Fan bin, habe ich bereits hier geschrieben. Umso mehr bin ich begeistert, dass ein Mensch wie Bill Cunningham in dieser Stadt bestehen konnte. Er war so wahnsinnig bescheiden, dass man es kaum glauben kann. In dem Film sieht man so viele rührende Szenen und er war immer fröhlich. Ich hatte den Eindruck, dass ich noch nie einen zufriedeneren Menschen gesehen habe.

Also, ich hätte ihn wirklich gern getroffen in New York, aber vielleicht hätten wir ihn auch einfach übersehen mit seiner blauen Jacke und dem Fahrrad. Obwohl, sein Lachen wäre mir zwischen den vielen griesgrämigen Menschen in New York auf jeden Fall aufgefallen.

Das Leben und die Einstellung von Bill Cunningham hat mich wirklich nachdenklich gemacht.
Das Leben und die Einstellung von Bill Cunningham hat mich wirklich nachdenklich gemacht.

Es ist nicht so, dass der Mann in der blaue Jacke keine Anerkennung bekommen hat – nein – selbst eine Anna Wintour sagte, dass sich alle eigentlich nur für Bill anziehen. Es war also eine große Ehre von Bill Cunningham abgelichtet zu werden und in seiner Kolumne der New York Times zu erscheinen. So etwas wie ein modischer Ritterschlag, ihr versteht schon.

Aber ihm ist das nie zu Kopf gestiegen, er blieb immer bescheiden und lebte ein ganz einfaches Leben. Kein Luxus, keine Allüren, aber auch keinen Partner. Er hatte wohl auch sein ganzes Leben lang keinen Lebenspartner und es hat ihm offensichtlich nicht gefehlt, also ein Modemönch im Zölibat.

Wir sollten alle ein bisschen wie Bill Cunningham sein

Ich möchte jetzt nicht partnerlos durchs Leben schreiten, aber die Bescheidenheit und diese Freude, die dieser Mann ausstrahlte, sind schon erstrebenswert. Denn gerade in der Modewelt ist dies eher selten. Da geht es nicht um gute Manieren und Nettigkeiten, ganz im Gegenteil, es ist ein hartes Geschäft. Wahrscheinlich würde ein Bill Cunningham heutzutage gar keine Chance mehr haben und das macht mich traurig.

Aber ich wäre ja nicht Charli, wenn ich jetzt aufgeben würde, oder? Ich werde einfach versuchen ein bisschen mehr wie Bill Cunningham zu sein. Naja, die blaue Arbeitsjacke der Pariser Müllabfuhr wird jetzt nicht meine Uniform, aber vielleicht kann ich ein bisschen an meinen Ansprüchen arbeiten. Und ich sollte vielleicht mehr Fahrrad fahren, aber das mit dem Lächeln habe ich hier schon angesprochen, es hilft wirklich. Klappt nicht immer, aber immer öfter.

Naja, und wir sollten nicht jedem Trend hinterherrennen, sondern uns individuell kleiden. Wir sollten unseren eigenen Stil entwickeln, denn genau das liebte Bill Cunningham an der Mode. Und es hat sein Leben ausgefüllt, vielleicht klappt das dann bei uns auch.

Musik hat Bill Cunningham übrigens nur Sonntags in der Kirche gehört, oder auf den Events, auf denen er fotografiert hat. Und sie hat ihn glücklich gemacht. Vielleicht gerade, weil sie nicht stets und ständig um ihn herum war.
Musik hat Bill Cunningham übrigens nur sonntags in der Kirche gehört, oder auf den Events, auf denen er fotografiert hat. Und sie hat ihn glücklich gemacht. Vielleicht gerade, weil sie nicht stets und ständig um ihn herum war.
Schuhe haben Bill Cunningham auch besonders interessiert, also hätte Mami mit diesen hier vielleicht Glück gehabt.
Schuhe haben Bill Cunningham auch besonders interessiert, also hätte Mami mit diesen hier vielleicht Glück gehabt.

 

 

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Gefällt Dir der Post? Dann kannst Du ihn gerne in Deinem Netzwerk teilen!

Wetere Artikel von mir: