Ein wirklicher großer Mann, dieser Harry Rowohlt!

Harry Rowohlt ist tot – lang lebe Harry Rowohlt!

Eigentlich sollte heute hier ein anderer Blogpost erscheinen, aber der muss erstmal warten.

Denn am Montag ist Harry Rowohlt verstorben und wer hier schon länger liest, weiss von meiner Liebe zu seinen Übersetzungen und seinen Hörspielen (hatte ich ja z.B. schon hier und hier berichtet).

Ich weiss gar nicht, wie ich eigentlich zu Harry Rowohlt kam, aber unbewusst waren es wahrscheinlich die „Pu der Bär“ Bücher bzw. Hörbücher.

Ja, das ist natürlich schon sehr lange her, und ich hatte damals auch noch keinen Blog, aber ich denke, da hat sich der Harry schon bei mir eingeschlichen und mich für „lieblos gemachte Übersetzungen“ verdorben.

So ging es mir nämlich bei den neueren „Familie Grunz“ Büchern, die nicht mehr von Harry Rowohlt übersetzt wurden. Nun weiss ich natürlich nicht, ob vielleicht die Bücher sowieso schlechter waren und sie deshalb nicht mehr von ihm übersetzt wurden, oder sie nur wegen der anderen Übersetzung nicht mehr so lustig waren. Egal, aus dem „Familie Grunz“ – Alter bin ich ja sowieso raus.

Aber was passiert jetzt mit all den anderen Büchern, die nur durch Harry Rowohlts Übersetzung den richtigen Humor trafen?

Hoffentlich hat er vorgesorgt und einen ebenso guten Übersetzer ausgebildet. Wohl eher nicht, und das macht mich wirklich traurig. Wenn auf einem Buch als Übersetzer Harry Rowohlt angegeben war, wusste ich immer: Das kann ich kaufen, muss gut sein. Und was mache ich jetzt? Ich muss mir also einen neuen Lieblings-Übersetzer suchen. Habt ihr ein paar Tipps für mich?

Auf jeden Fall bin ich sehr glücklich, dass meine Eltern mich vor ein paar Jahren auf eine der legendären Lesungen von Harry Rowohlt mitgenommen haben. Es war meine erste Lesung überhaupt und es war sooooooo wahnsinnig toll. Die Veranstaltung endete erst weit nach Mitternacht und obwohl ich recht müde war, wollte ich absolut nicht gehen.

Und das war auch gut so, denn nach fast fünf Stunden hat Harry Rowohlt seine „Knolls Katzen“ vorgetragen und das Publikum hat sich vor Lachen gebogen.

Mir wird Harry Rowohlts Stimme immer in Erinnerung bleiben, natürlich auch durch die ein oder andere CD die ich von ihm besitze. Aber ihn so richtig wirklich erlebt zu haben, finde ich immer noch am Besten. Ich habe mir damals auch ein Autogramm geholt und war natürlich von diesem grossem Mann mit Riesenbart sehr eingeschüchtert. Als er fragte, für wen das Autogramm sei, habe ich ganz kleinlaut geantwortet: „Für mich!“.

Er hat mich dann angestrahlt und mit seiner Brummbär-Stimme gefragt: „Ja, und wie ist denn dein Name?“, denn den brauchte er ja, um „Für Charlotte“ in mein Buch „Mr. Gum und der fliegende Tanzbär“ reinzuschreiben.

Harry Rowohlt und Mr. Gum gehören für mich einfach zusammen. Er ist quasi sein alter Ego. ;)
Ich bin stolz darauf, dass ich ihn persönlich um ein Autogramm bitten konnte
Ein wirklicher großer Mann, dieser Harry Rowohlt!
Harry Rowohlt – wie ich ihn von seiner Lesung in Erinnerung behalte (leider konnte ich seine Stimme nicht malen)

Also, für mich bleibt Harry Rowohlt einfach der Grösste, egal ob tot oder lebendig und wir werden jetzt zum Kaffee die „Wer nichts weiss, muss alles glauben“ CD anhören, die ich zu Ostern bekam. Und von wem wird sie gelesen? Na, klar von Harry Rowohlt natürlich.

Wenn Harry Rowohlt draufsteht, wird es gekauft. :)
Ein Teil meiner Harry Rowohlt-Sammlung von Büchern und CDs

Dazu essen wir einen „Funckelkeks“ (die „Mr. Gum“ Fans wissen Bescheid) und freuen uns über die wunderbaren Harry Rowohlt Wortschöpfungen.

Aber die "Science Buster's" waren sein Ding!
Kekse mit Glitzer wären bestimmt nicht sein Ding gewesen

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